Der Fachbereich Frührehabilitation
Phase B / Weaning

Unser Team behandelt Patienten, die nach eine intensivmedizinischen Behandlung kontrolliert von künstlichen Beatmungshilfen entwöhnt (eng. weaning) werden. Hierbei arbeitet ein festes und hochqualifiziertes Team von Pflegekräften und Therapeuten zusammen, welches über ein fundiertes Wissen und über eine abgestimmte Qualifikation auf das Patientenklientel verfügt.

Die auf 3 Stationen verteilten insgesamt 45 Patienten werden täglich individuell von unserem Team behandelt und auf sozialer Ebene gefördert. Hierbei stehen das Erlangen der größtmöglichen Selbständigkeit und die Minderung der Pflegebedürftigkeit im Vordergrund.

Ihr Team der Frührehabilitation

Lernen Sie den Fachbereich

Frührehabilitation Phase B / Weaning

der Klinik am Tharandter Wald im Detail kennen.

Ärztliche Leitung des Fachbereichs

 
Chefarzt Timur Abdurakhimov

Facharzt für Anaesthesiologie, Anaesthesiologische Intensivmedizin, Spezielle Schmerztherapie
Weiterbildungsbefugnis für die Weiterbildung Anästhesiologische Intensivmedizin für 6 Monate

MUDr. Jozef Pribula

  • Leitender Oberarzt
  • Facharzt für Neurologie

Dr. med. Steffen Pankow

  • Oberarzt
  • Facharzt für Allgemeinmedizin
  • Facharzt für Chirurgie, Chirurgische Intensivmedizin

Indikationen und Diagnostik

Indikationen zur Aufnahme

  • Patienten im Weaningprozess mit der Möglichkeit der vollständigen Entwöhnung vom Respirator, der Umstellung von invasiver auf nichtinvasive Beatmung oder der Vorbereitung auf eine Heimbeatmung
  • Folgezustände nach langwieriger intensivmedizinischer Therapie im Rahmen einer Sepsis mit Critical-Illness-Polyneuropathie und Myopathie
  • Schädel-Hirn-Verletzungen
  • Zustand nach Polytraumen (alle Berufsgenossenschaften)
  • Schlaganfallfolgen
  • Folgen nach neurochirurgischen Operationen
  • Folgezustände nach Bandscheiben-, Wirbelsäulen- und Rückenmarksoperationen
  • Degenerative- und entzündliche Hirnerkrankungen
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
  • Schäden des peripheren Nervensystems

Diagnostik IRS

  • Mobile Röntgendiagnostik
  • Neurophysiologie (EEG, NLG/EMG, evozierte Potentiale (VEP, AEP, SSEP, MEP)
  • Neurosonologie: Extra- und transkranielle Farbduplexsonographie, TCCD
  • Neurosonologische Diagnostik der peripheren Nerven
  • Duplexsonographie
  • Videoendoskopische Schluckdiagnostik
  • Gastroskopie mit der Möglichkeit der PEG-Anlage, PEG-Entfernung
  • Diagnostische und therapeutische Bronchoskopie
  • Im Rahmen der interdisziplinären Zusammenarbeit ist eine internistisch-kardiologische, orthopädisch-unfallchirurgische und neurologische Diagnostik in unserem Hause möglich.
  • Großgerätediagnostik (CT/MRT) ist in Kooperation mit dem Kreiskrankenhaus Freiberg möglich.

Fachvorträge

In 6-wöchigem Abstand wird ein Angehörigenseminar mit Vorträgen aus jedem Therapiebereich durchgeführt. Im Rahmen des regelmäßig stattfindenden Angehörigengespräches und der Teilnahme an Therapieeinheiten bekommen alle Angehörigen auf Wunsch einen Einblick in den Therapieablauf.


Therapieformen, Pflege und Behandlungskonzepte

Wir betreuen beatmete, monitorpflichtige, immobil bettlägerige und kognitiv beeinträchtigte Patienten. Unsere Aufgabe besteht darin, diese Patienten mit Ihren bestehenden Defiziten zu pflegen und Ihnen eine Integration in den Alltag zu ermöglichen. Im Vordergrund stehen die Stabilisierung der Herz-Kreislaufverhältnisse, das Weaning und eine fachkompetente Umsetzung der medizinischen Anordnungen.

Wir sind bemüht, die uns anvertrauten Patienten in einen rehabilitationsfähigen Zustand zu versetzen, denn die Rehabilitationsziele müssen in einem absehbaren Zeitraum erreicht werden. Pflege in unserem Bereich umfasst die Unterstützung bzw. Begleitung von Patienten, die ihre Lebensaktivitäten nicht mehr oder nur eingeschränkt realisieren können. Die Pflegekräfte unterstützen die Patienten bei allen Aktivitäten des täglichen Lebens. Das beinhaltet folgendes:

  • Lagerung und Mobilisation
  • Körperpflege, Hautbeobachtung und angepasste Kleidung
  • Anpassung an einen Tag- und Nachtrhythmus
  • Angepasste Kost, Bilanzierung von Ein- und Ausfuhr
  • Regulation der Körpertemperatur
  • Dekubitus-, Pneumonie-, Kontraktur- und Thromboseprophylaxe

Wir führen in unserem Bereich eine patientenbezogene aktivierende Pflege durch, die es uns ermöglicht, uns situationsgerecht auf die Bedürfnisse der Patienten einzustellen sowie den Krankheitsverlauf und die Fortschritte der Patienten besser zu beurteilen.

Angehörige haben die Möglichkeit, bei der Pflege zu hospitieren. Weiterhin bieten wir den Angehörigen Pflegeeinweisungen an, um eine Entscheidung über die weitere Versorgung nach Abschluss der Rehabilitation zu treffen.
 

weitere Informationen zur Pflege, dem Pflegekonzept und zum Pflegeteam der Klinik am Tharandter Wald  finden Sie hier »

 
Die folgenden Behandlungskonzepte werden in der Klinik am Tharandter Wald durchgeführt. Um weitere Informationen zu erhalten, klicken Sie einfach auf das gewünschte Konzept.

Behandlungskonzepte der Physiotherapie

  • Therapie auf neurophysiologischer Basis wie Bobath, Vojta, PNF
  • Manuelle Therapie
  • Manuelle Lymphdrainage
  • Mc Millan Wassertherapie nach Halliwick
  • Cranio-Sacrale-Therapie
  • Sensomotorische Stimulation mittels Mediwave Klangmatte
  • Speziell für unsere Weaningpatienten erfolgt eine Sekretmobilisation mit dem The Vest
  • Elektrotherapie
  • Bewegungstrainer, Stehliege, Stehpult (stationäre Hilfsmittel)
  • Hilfsmittelanleitung, -training und -empfehlung


Alle Therapien erfolgen auf Station, sodass ein frühestmöglicher Behandlungsbeginn garantiert ist. Kennzeichnend für unsere Abteilung ist eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen auf Station arbeitenden Fachbereichen.

Jederzeit kann den Angehörigen vor Entlassung eine Anleitung für die häusliche Betreuung angeboten werden.

Behandlungskonzepte der Ergotherapie

  • Therapie auf neurophysiologischer Basis wie Bobath, PNF, Affolter
  • Basale Stimulation nach Fröhlich
  • Facio-orale-Trakt-Therapie nach C. Coombes
  • Funktionelle Dysphagietherapie und Trachialkanülenmanagement
  • Endoskopische Schluckdiagnostik mit Information und Anleitung der Angehörigen bei bestehender Schluckstörung und Kosteinschränkung
  • Apraxie-, Neglect- und räumlich konstruktive Therapie
  • Alltagstraining
  • Hilfsmittelanleitung, -training und -empfehlung


Alle Therapien erfolgen auf Station, so dass ein frühestmöglicher Behandlungsbeginn garantiert ist. Kennzeichnend für unsere Abteilung ist eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen auf Station arbeitenden Fachbereichen.
 
Jederzeit kann den Angehörigen vor Entlassung eine Anleitung für die häusliche Betreuung angeboten werden.

Behandlungskonzepte der Logopädie

Unser Aufgabenbereich umfasst die Diagnostik und Therapie:

  • von zentralen Sprachstörungen (Aphasie)
    Aphasie bedeutet Verlust oder Störung der Sprache als Folge eines Schlaganfalls oder einer Hirnverletzung durch Unfälle. Betroffene Personen haben Probleme, Sprache in der üblichen Weise zu verwenden. Sie können nicht mehr oder fehlerhaft sprechen, lesen, schreiben und verstehen. Eine Sprachstörung zeigt sich vorrangig in Wortfindungsstörungen, unvollständigen Sätzen sowie Wortverwechslungen. Es kommt zu Schwierigkeiten, Wünsche und Bedürfnisse mittels Sprache auszudrücken. Auch verstehen die Betroffenen oft nicht oder nur unzureichend, was andere ihnen sprachlich mitteilen. Ebenso ist es schwierig, seinen eigenen Namen, Wörter oder Sätze zu schreiben oder zu legen. Diese werden oft fehlerhaft wiedergegeben. Beim Lesen treten Probleme auf den Sinn des Gelesenen zu erfassen und zu verarbeiten.
     
  • von zentralen Sprechstörungen (Dysarthrie, Dysarthrophonie und Sprechapraxie)
    Dysarthrophonie bedeutet eine Störung der Artikulation, der Stimmgebung und der Atmung als Ursache eines Schlaganfalls oder einer Erkrankung wie z.B. das Morbus Parkinson Syndrom oder die Multiple Sklerose. Die Merkmale einer Sprechstörung sind eine undeutliche genuschelte Aussprache, so dass die Betroffenen oft schlecht verstanden werden. Eine flache, kurze Atmung mit einer rauen, heiseren, zu lauten oder leisen Stimmgebung sowie einem verlangsamten oder erhöhten Sprechtempo und eine monotone oder abgehackte Sprechweise.
     
  • von Stimmstörungen (Dysphonien)
    Dysphonie bedeutet eine funktionell oder organisch bedingte Störung der Stimmgebung. Sie kann sich auf die stimmliche Leistungsfähigkeit, den Stimmklang und die Prosodie auswirken.
     
  • von Gesichtslähmungen (Fazialisparesen) /Störungen des orofazialen Muskelgleichgewichtes
    Dabei können die Koordination, das Bewegungsausmaß und die Kraft von Zunge, Lippen und der mimischen Muskulatur gestört sein.
     
  • Anpassung sowie Versorgung mit Kommunikationshilfen (z.B. Sprachcomputer)

 
Unsere Ziele liegen darin, die früher vorhandenen Fähigkeiten des Patienten zu aktivieren oder das Erwerben neuer Fähigkeiten zu fördern. Ein weiteres Ziel besteht darin, dass der Patient erlernt, mit den Einschränkungen seiner Kommunikationsfähigkeit umzugehen.

Wir arbeiten nach folgenden Methoden:
MODAK, PACE, MIT, REST, VAT, Deblockierungsmethoden, Funktionelle Stimmtherapie, basale Stimulation, PNF, Artikulationsübungen nach Wolfgang Ziegler


Fachbereich Psychologie / Neuropsychologie in der Frührehabilitation Phase B

Die Klinik am Tharandter Wald, im Speziellen die Abteilung Psychologie und Neuropsychologie, ist Kooperationspartner der Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP e.V.). Als anerkannte Kooperationsklinik sind wir berechtigt, in allen Bereichen der Neuropsychologie diagnostisch und therapeutisch tätig zu sein.

Das Team der Abteilung Psychologie / Neuropsychologie besteht aus sieben (Neuro-) Psychologen, einer Musiktherapeutin, einer Therapeutin für kognitive Therapie, einer Betreuungstherapeutin und zwei Optikerinnen.

Unsere Aufgabenbereiche und Ziele sind:

Diagnostik und Therapie folgender neuropsychologischer Funktionsbereiche

  • Einschätzung und Förderung der Wachheit und Vigilanz bei stark bewusstseinsbeeinträchtigten Patienten durch Basale Stimulation aller Sinnesbereiche durch Ansprache, Berührung, Atembegleitung, Singen, Bilder betrachten, Riechen, Betasten und Fühlen.  Dafür verwenden wir neben Therapiematerialien auch sehr gern dem Patienten Vertrautes wie persönliche Bilder und Gegenstände, Parfüms, Cremes oder Blumen sowie Musik.
  • Einschätzung und Förderung der Kommunikationsfähigkeiten in Kooperation mit den Logopäden der Klinik.
  • Einschätzung und Förderung der Aufmerksamkeitsprozesse und der Dauerbelastbarkeit der Patienten durch kognitive Übungen und gemeinsame Spiele.
  • Neuropsychologische Diagnostik und Therapie von Konzentration, Gedächtnis, Exekutivfunktionen, visuell-konstruktiver Fähigkeiten sowie Demenzdiagnostik durch individuell orientierten Einsatz neuropsychologischer Testverfahren und Therapiematerialien.
  • Diagnostik und Therapie von Neglectphänomenen sowie von Sehstörungen wie Gesichtsfeldeinschränkungen und Doppelbildern. Hierbei steht uns unsere Orthoptistin unterstützend zur Seite.
  • Nach Erreichen einer ausreichenden körperlichen Belastbarkeit kann der Patient an der computergestützten neuropsychologischen Funktionstherapie (NFT), an der Orientierungs- oder Aufmerksamkeitsgruppe (Kognitive Therapie nach Stengel) teilnehmen.

Psychologische Begleitung

Themen der Psychologischen Begleitung sind die Verarbeitung des Krankheitsgeschehens, Besprechung der Therapiefortschritte und der Lebenssituation, Unterstützung bei depressiven und ängstlichen Reaktionen, Stärkung und Aktivierung von Ressourcen und Hilfe beim Aufbau einer neuen Lebensperspektive ggf. unter Integration bestehender Defizite und veränderter Lebensbedingungen. Mitunter benötigen Patienten bei Persönlichkeitsveränderungen Anleitung und Unterstützung und Förderung der Motivation und Kooperabilität.

Angehörigenbetreuung

Nicht nur die Patienten, auch die Angehörigen stehen vor der Herausforderung, sich den veränderten Lebensbedingungen anzupassen und in das neue Leben einfinden zu müssen. Sehr häufig bleiben Einschränkungen zurück, verlorene Lebensperspektiven innerhalb der Familie müssen betrauert und verarbeitet werden. Es besteht deshalb die Möglichkeit für Angehörige, psychologische Begleitung und Gespräche für diesen Prozess zu nutzen.

Im Rahmen der Angehörigenseminare aller sechs Wochen stellen sich ebenfalls die Abteilung der Psychologie und Neuropsychologie ausführlich vor. Das Verständnis der Angehörigen bezüglich der Erkrankung des Patienten und dessen neue Lebensaufgabe werden während des Seminars geschult und damit der Übergang in die Zeit nach dem Klinikaufenthalt optimal vorbereitet.

Sozialdienst

Das Ziel des Sozialdienstes ist es, im Anschluss an die Rehabilitation eine optimale Versorgung der Patienten zu erreichen.

Deshalb möchten wir, in persönlicher Zusammenarbeit mit den Patienten und deren Angehörigen, die besten Voraussetzungen für deren Entlassung schaffen. Nachfolgend finden Sie einen Überblick über die Angebote, die wir den Patienten und deren Angehörigen während des Aufenthaltes bei uns anbieten können.
 

  • Beratung zu Leistungen der Pflegeversicherung, zum Schwerbehindertenrecht und zum Betreuungsrecht; Bereitstellung von entsprechendem Informationsmaterial
  • Unterstützung bei diversen Antragstellungen
  • Hilfe bei der Suche einer geeigneten Versorgungsform (Wohngemeinschaft, Pflegeheim, Pflegedienst, Betreutes Wohnen, Tagespflege etc.), Bereitstellung entsprechender Listen
  • Organisation einer angepassten Hilfsmittelversorgung
  • Überleitung an weiterversorgende Dienstleister und Hausärzte

 
Ansprechpartnerin für den Sozialdienst ist Frau Anni Drotziger.

Tel. 035 209 / 27-395 | Fax: 035 209 / 27-400